Archiv für September 2009
Als ich neulich “…Alltags-Kleidung” las, las sich das für mich wie (engl.) “all tags”, und ich sah vor meinem inneren Auge ein Kleid mit einem tagcloud-Muster.
Wenn man tagtäglich mit SEO zu tun hat, dann kann sich das mächtig im Alltag niederschlagen.
Dass man gewisse Dinge “nicht auf dem Schirm” hat, dass einem etwas “von der Festplatte gerutscht” ist und man sich morgens hoch- und abends runterfahren muss, ist ja schon gewöhnlicher Sprachgebrauch.
Aber es geht noch viel weiter:
“Ich muss mir noch eine Hose optimieren”, als ich die Hose kürzen wollte.
“Ich habe dir einen Text gepostet”, als ich meinem Kind einen Zettel geschrieben habe.
“Geh, log dich mal im Bad ein”, als ich mein Kind unter die Dusche schickte.
“Oh, hier ist wohl nofollow”, als ich mit dem Auto in eine Sackgasse fuhr.
“Was waren denn die keywords?”, als ich den Aufsatz meines Kindes nachguckte.
“Sind die irgendwie verlinkt?”, als ich ein Verwandtschaftsverhältnis erfragen wollte.
Zum Glück verstehen mich meine Kinder.
Hilfsbereit schlagen sie mir vor, ich solle mein Gehirn mal defragmentieren;
Wenn ich frage, wo denn die neue Freundin wohnt, zeigen sie mir eine Satellitenansicht auf Google Maps, meine neue Bekanntschaft finden sie nicht kompatibel und beim Scrabble schießen sie den Vogel ab mit “Programmkompatibilitätsassistent”.
Nur manchmal gucken sie mich zweifelnd an, zum Beispiel wenn ich mir zu Hause die Taschen nach meiner Karte abklopfe, weil ich mich ausstempeln will, bevor ich in den Garten gehe um eine Zigarette zu rauchen…