Archiv für die Kategorie „Allgemein“
Wie immer, wenn Google eine Neuheit vorstellt, bildet sich eine Gegenfront und schreit „Weh und Ach“.
Macht ja nix, kritische Stimmen sind immer wichtig, wenn konstruktiv. Letztendlich setzt sich Qualität durch.
Nun geht es also um Googles Flugpläne.
Für die modernen Arbeitsnomaden eine wertvolle Funktion: Man muss unbedingt noch heute Abend in Rom sein, sitzt aber gerade im Ruhrgebiet? Einfach in das Suchfenster „Flüge nach Rom“ eingeben, Google liefert gleich unter den Anzeigenlinks mit einem blauen Flugzeug gekennzeichnet sehr übersichtlich alle verfügbaren Direktflüge, alphabetisch nach Abflugsorten gelistet.
Ich wähle “Alle Direktverbindungen” und kann mir dann den nächstgelegenen Flughafen aussuchen.
In diesem Beispiel wäre das der Flughafen Dortmund, dort gibt es aber keinen entsprechenden Flug, wie ich sofort sehen kann, ich könnte nach Köln oder Düsseldorf ausweichen.
In weniger als einer Minute weiß ich also, wie ich schnellstmöglich noch heute Abend in Rom sein kann. Bei Bedarf genügt ein Klick auf die in Frage kommende Fluggesellschaft um sofort zu buchen. Sehr komfortabel!
Was gibt es da also zu meckern, und wer meckert überhaupt?
Es sind Microsoft und die Reisebranche, die Google in Sachen Flug-Feature gern gestoppt hätten. Grund ist Googles Übernahme des Flugsoftware-Herstellers ITA im vergangenen Jahr.
Fluggesellschaften, Online-Reisebüros und auch Microsofts Suchmaschine bing sind Nutzer der Tools von ITA, mit deren Hilfe sie ihre Flugdaten organisieren können. Man befürchtet wohl, dass Google als neuer Besitzer eine Vormachtstellung einnehmen könnte, während alle anderen das Nachsehen haben.
Habt Vertrauen, Reisebranchenleute!
Google hat versichert, dass sich an den Nutzungsbedingungen nichts ändert. Alle können weiterhin ihr Ding machen, während Google die Software nutzen kann, um das Flugplan-Feature für den User noch benutzerfreundlicher zu gestalten. Es ist ein Angebot, kein Zwang.
Wer „Billigflüge nach Mallorca“ oder „Günstige Last-minute-Flüge“ sucht, kann dies auch weiterhin tun und erhält nach wie vor ein reichhaltiges Angebot.
Mit Preview hat Google ein neues Tool entwickelt, das dem User mehr Komfort bietet, manchen Website-Betreiber oder –Designer aber mächtig auf Trab bringt.
Seit Ende letzten Jahres ist neben den Suchergebnis-Listen bei Google eine kleine Lupe zu sehen. Klickt man sie an, sieht man eine Vorschau der entsprechenden Seite als Bild.
Eigentlich eine wunderbare Sache, man muss nicht jede Seite anklicken um zu sehen, ob sie das bietet, was man in etwa sucht, die Selektion geht für den User deutlich schneller.
Google Preview Benachteiligte:
Das klappt aber nur, wenn die Website entsprechend ausgerüstet ist, und das sind noch längst nicht alle. Liebhaber von bewegten Flash-Intros beispielsweise haben das Nachsehen: Flash wird in der kleinen Vorschau nur als Puzzle-Stück angezeigt.
Preview Flash
Auch große Pop-ups, die sich über die eigentliche Seite legen um ein Sonderangebot kurzfristig zu fördern o.Ä., wirken sich nun negativ aus.
Ein Pop-up ist nicht unbedingt repräsentativ für eine ansonsten schön gestaltete Seite, die aber leider in der Vorschau überdeckt ist.
Wer “Küche” sucht, will wahrscheinlich auch Küche sehen und nicht “Herd”:
Preview mit Pop-up
Preview ohne Pop-up
Eine Aktualisierung der Preview findet nicht täglich statt, so dass die Pop-up-Anzeige manchmal in der Preview noch zu sehen ist, obwohl das Angebot gar nicht mehr aktuell ist.
Ein ellenlanger Info-Text macht sich auch nicht gut, er sieht schlichtweg nichtssagend aus. Standard-Templates verhindern die Wiedererkennung auf den ersten Blick, Site Branding wird für Unternehmen unverzichtbar.
Hier müssen von den Website-Betreibern noch viele Korrekturen nachgelegt werden um den eigenen Auftritt für Google’s Preview zu optimieren.
Google Preview Optimierung:
Man muss sich nur einige Beispiele ansehen um zu erkennen, worauf es ankommt.
Eine optisch klare Struktur, Hervorheben des Inhalts-Schwerpunkts und auch durchdachte Meta Tags können nun den Unterschied von Top oder Flop ausmachen, eine schöne Herausforderung, die wieder etwas Bewegung in den Markt bringt.
Falls Ihr SEO-Experte Sie noch nicht darauf aufmerksam gemacht hat, sollten Sie über eine Experten-Optimierung nachdenken.
Google hat seine neueste Idee präsentiert: Boutiques.com.
Damit möchte Google Modeshopping um eine neue Dimension erweitern.
Tatsache ist, man kauft Mode nach ganz anderen Gesichtspunkten als beispielsweise technische Geräte.
Bei letzteren liest man die technischen Beschreibungen, Käuferbewertungen oder Produkttests. Bei Mode funktioniert das so nicht, hier entscheidet der persönliche Geschmack.
Für Menschen mit einer Leidenschaft für Designermode ist es sehr zeitintensiv und oft mühselig, das für einen bestimmten Anlass passende Outfit zusammenzustellen. Das Kleid von hier, die Schuhe von da, Accessoires wieder von woanders, und überall muss man sich durch komplette Kollektionen arbeiten.
Google setzt bei Boutiques.com ein selbstständig lernendes System ein, das mit Präferenzen gefüttert wird und schließlich Ergebnisse auswirft. Die Datenbank umfasst Kollektionen von angesagten Modelabels, von Trendsettern zusammengestellte Outfits verschiedener Stilrichtungen und umfassende Filtermöglichkeiten.
Man hat die Möglichkeit anzugeben, welchen Kleiderschnitt man bevorzugt und welchen man gar nicht leiden kann, auch Lieblingsfarben und –muster sowie persönliche No-gos können eingegeben werden.
Nun kann man sich fragen, ob man sich wirklich lieber von Algorithmen als von seinen Freundinnen oder anderen Fachleuten beraten lässt…
Aber warum eigentlich nicht? Algorithmen sind weder neidisch noch launisch und frei von subjektiven Geschmacksrichtungen…
Letztendlich trifft man seine ultimative Outfit-Entscheidung doch aus dem Bauch heraus, man weiß einfach „Jap, das isses“.
Googles Vorschläge sind ja nicht zwingend, können aber den Auswahlprozess wesentlich verkürzen.
Bisher ist das neue Google Kind nur für US-Nutzer available, soll aber weltweit expandieren.
Freuen wir uns darauf!

Internet World Business zeigt einige Beispiele themenrelevanter Werbeanzeigen, die ungemein deplatziert sind;
Automatisierte Prozesse sind halt gerade im Marketing nicht das Nonplusultra:
Personalmarketing ist unbestritten ein weites Feld, welches sich in den hochgelegenen, fruchtbaren Landschaften des Arbeitsmarktes ausgebreitet hat, dort, wo frische Quellen sprudeln, nährstoffreicher Mutterboden gegeben ist und man sorgsam mit den Ressourcen umgeht, weil man um die eigene Abhängigkeit weiß.
In den unteren, öden Steppenlandschaften der kleineren Einkommensklassen betrachtet man Personalmarketing eher als verzichtbares Gedöns.
Der bärbeißige Handwerksmeister, bei dem die Azubis „zu spuren“ haben, der Bürochef, der seine allgemein schlechte Laune gern brüllend an den Bürokauffrauen auslässt, die Produktionsleiterin, die jeden Tag fragt, was man nicht geschafft hat – sie stöhnen und klagen über die Unzulänglichkeit der Angestellten, über zu viele Krankheitstage, über mangelnde Leistungsbereitschaft. Schließlich ist man doch so großzügig und bezahlt die Leute, können sie da nicht dankbarer sein? Wer mit seinen Arbeitsbedingungen nicht zufrieden ist, der kann ja gehen. Oder fliegt.
Das ist aber nur zu oft eine Milchmädchenrechnung, denn unzufriedene Angestellte kosten mehr, als man meint. Leistungsabfall wegen Unlust, ständig neue Einarbeitungszeiten wegen häufigen Personalwechsels, Zeitverlust wegen zusätzlicher Kontrollmaßnahmen aus mangelndem Vertrauen, das läppert sich zusammen.
Man sollte sich lieber mal ansehen, wie große Unternehmen ihre Angestelltenpolitik betreiben.
Man wirbt um Personal, verschafft sich einen guten Ruf, pflegt einen freundlichen, respektvollen Umgang, bietet familienfreundliche, flexible Arbeitsbedingungen, Möglichkeiten zur Weiterbildung und eine faire, angemessene Bezahlung.
Meistens mit dem Ergebnis, dass die Angestellten gern zur Arbeit kommen, gern ihr Bestes geben und ein hohes Leistungsniveau entsteht. Das rechnet sich auf Dauer!
Gegenseitige Wertschätzung ist kein Firlefanz, sondern ein wichtiger Faktor, wenn man im selben Boot sitzt und vorwärts kommen möchte.
Personalmarketing bringt optimale Rudermannschaften zusammen, hat einen Überblick über die Fähigkeiten des Einzelnen, die Vorgabe der Schlagzahl und den Kurs. Mit effektivem Personalmarketing kann man verhindern, dass eine Synchron-Schwimmerin im Ruderboot landet, weil sie dachte „Wasser ist Wasser“.
Umgekehrt würde ein kräftiger, aber wenig eleganter Ruderer sicher für Unmut in einem Synchron-Schwimmer-Team sorgen. Wenn aber jeder das tun kann, was er gut kann und dafür geschätzt wird, läuft die Sache rund, bei Ruderern wie bei Synchronschwimmern.
Chefsein muss man übrigens auch gut können, um geschätzt zu werden…
Man trifft überall auf sie: Baustellen von kleinen oder auch mittleren Unternehmenseiten, die mal eben kurz eine Internetpräsenz erstellt haben, weil sie gehört haben, dass es ohne gar nicht mehr geht.
Mal eben kurz geht aber auch gar nicht.
Man knallt ja auch nicht einfach ein Geschäft dahin, versieht es mit einem Warenbestand und einer Adresse und sagt dann „So, jetzt lauf mal schön.“
Es gibt auch die etwas Fortgeschritteneren, da sieht man schon mit geübtem Auge, dass sie den Online-Auftritt durchaus ernstnehmen, sich Mühe gemacht haben, aber leider, leider, das Fachwissen für Internet-Marketing und Suchmaschinenoptimierung fehlte oder wurde für nicht so wichtig erachtet mit dem Ergebnis, dass sich fast niemand auf die Seite verirrt.
Nun ist Internet-Marketing ja auch ein weites Feld, dessen Früchte nur zu gern aus Kürzeln wie SEO, SEM, SEA, SMO, SMM usw. bestehen. Völlig undurchschaubar für jemanden, der einfach nur mit einer Geschäftsidee und einem Webshop im Internet gewinnbringend vertreten sein möchte. Eine Werbeagentur beauftragen – das klingt zu groß und zu teuer, besonders, wenn die Existenzgründung auf wackeligen Kapitalfüßen steht.
Aber eines sei klar gesagt: Suchmaschinenoptimierung ist gerade für Neustarter elementar und unverzichtbar.
Einen seriösen Suchmaschinenoptimierer zu finden ist aber auch nicht einfach. Blender und Mogelpackungen sind wie in jeder anderen Berufssparte vertreten, oft aber recht einfach zu erkennen: Sie nehmen den Mund reichlich voll, geben gern Garantien für die vorderen Plätze in der Google-Listung und erklären Ihnen fast nichts.
Kundenorientierte Agenturen machen sich schon eher die Mühe, Zusammenhänge und Praxis zu erklären, sind nicht nur auf den eigenen, kurzfristigen, höchstmöglichen Profit bedacht, sondern agieren mit Weitblick. Das verschafft Vertrauen und damit längerfristige Optionen der Zusammenarbeit. Man wird tatsächlich handfest sehen können, ob jemand sein Suchmaschinenoptimierungshandwerk versteht.
Es ist wichtig zu vergleichen: Auch wenn Sie nur einen kleinen Online-Shop mit Schweizer Armeestiefeln oder holländischem Lakritz eröffnen möchten, so sind Sie ein potentieller Kunde, den man zu respektieren hat, und kein Bittsteller. Lassen Sie sich also nicht kurz abfertigen!
Auch für drei- oder vierhundert Euro lässt sich schon eine Menge Suchmaschinenoptimierung machen, eine Investition, die man nicht vernachlässigen sollte. Interessiert? Mail to: hauteinbrettdurch@googlemail.com
Viele Leute würden gern das Internet und seine Möglichkeiten nutzen, um ein wenig oder auch viel Geld zu verdienen. Ebay ist nicht immer die richtige Lösung, besonders wenn man eine pfiffige Idee hat, mit der man eine Nische besetzen könnte.
Einen Internetshop einzurichten erforderte bisher einen Experten mit dem nötigen Knowhow , und der kostet Geld. Geld wollte man aber eigentlich erst einmal verdienen, nicht unbedingt investieren…
Für alle, die sich zwar heimisch fühlen im www, aber nicht über Programmierkenntnisse verfügen, nicht so genau wissen, was eigentlich hosten ist oder woher man webspace bezieht, gibt es seit kurzem eine tolle Lösung: Das Jimdo Shopsystem!
Bei Jimdo findet sich alles unter einem Hut, anfängertauglich und nachvollziehbar präsentiert.
Von A-Z wird man der Reihe nach durch den Einrichtungsvorgang eines Online-Shops geführt.
Ein Beispiel:
Ein Lakritz-Onlineshop soll erstellt werden. Bei Jimdo kostet das Businesspaket all inclusive 9,99 € monatlich. Das ist ein Betrag, den man verschmerzen kann, auch wenn es nicht so läuft mit dem neuen Shop. Registrieren, bestellen, fertig.
Kein HTML-Editor, nix zusammenpuzzeln in Datencontainern, kein Hochladen, bei Jimdo passiert alles direkt und online.
Man gibt zunächst die gewünschte Domain an, Jimdo kümmert sich um die Anmeldung.
Das Basis-Layout wird unter sichtbaren Vorschlägen ausgewählt, schnell findet man sich in die Bedienoberfläche ein und fängt an zu experimentieren.
Der Style von Überschriften, Links und Text ist wählbar, für das Header-Motiv steht eine Auswahl zur Verfügung, man kann aber auch ein eigenes Bild einfügen.
Hintergrundfarben und –muster werden angeboten, und alles ist mit wenigen Mausklicks zu übernehmen. Man sieht das Ergebnis sofort und kann so komfortabel entscheiden, was besser gefällt.
Das Prinzip ist einfach: Man zeigt mit der Maus auf das, was man bearbeiten will, und schon erscheint ein Fenster mit Optionen. Das dicke „+ “ beispielsweise bedeutet „Neues Element hinzufügen“.
Angeklickt erscheint die Auswahl: Textfeld, Bild, Bild mit Text, Überschrift, Bildergalerie, YouTube-Video, usw. und auch „Shop -Produkt“.
Bei letzterem lädt man mit zwei Klicks ein Produktfoto hoch, fügt einen Preis ein, schreibt noch einen kleinen Produkttext – fertig.
Versandoptionen, AGBs, Impressum, Kontaktformulare und auch Shop-email, alles ist ähnlich einfach zu erstellen. Dabei kommen auch die Feinheiten nicht zu kurz: JimDo bietet Optionen zur Suchmaschinenoptimierung, ein Modul für Flash-Animationen, eine Bestellungsübersicht und Statistiken. Der Support ist fix und freundlich, falls doch mal spezielle Fragen auftauchen, die im Forum noch nicht beantwortet wurden.
Auch hier gilt learning by doing.
Der Lakritzshop jedenfalls ist jetzt nicht mehr nur eine Idee, er ist online, sehr übersichtlich und userfreundlich und funktioniert prima.
Holländisches Lakritz ist in Deutschland sehr beliebt, aber nicht an jeder Ecke erhältlich. Per Onlinebestellung kann man sich jetzt seine Lieblingssorten nach Bildern oder Beschreibung aussuchen, der Lakritz-Experte wiegt es aus großen Gläsern nach Wunsch ab und sendet es zu Ihnen nach Hause.
Man muss gar nicht mehr einen Jahresvorrat bis zum nächsten Holland-Urlaub in Tupperschüsseln bunkern!
Ein gelungenes Beispiel für die Möglichkeiten des Jimdo Shop-Systems.
Bei Tim’s Welt wird aktuell ’Google Latitude’ beschrieben, ein Feature für ‘google maps for mobile’. In einer interaktiven Karte können damit in Echtzeit sowohl der eigene als auch die Standorte von Freunden/Verwandten angezeigt werden, natürlich nur, wenn diese damit einverstanden sind. Mit einem Klick lässt sich dann sofort ein Kontakt per mail, SMS oder Google Talk herstellen.
“Wozu braucht man denn so was?” lautete ein Kommentar.
Warum macht man so was? fragte ich mich.
“La génération exhibition”, das trifft es ziemlich auf den Punkt. Wie harmlos einem da die Generationen X, Golf, No Future und Ally vorkommen!
Das Phänomen ist viel diskutiert, es gibt sogar Vorlesungen für angehende Erziehungswissenschaftler unter der Überschrift “Google zeigt mich, also bin ich”.
Schon 2006 lief ein gleichnamiger Film auf ARTE, der mir Schauer über den Rücken jagte, weil er alle meine erlernten “Das-macht-man-nicht”s über den Haufen warf, und an einigen habe ich echt gehangen…
Aber so war es ja schon immer, die Beatniks, die Hippies, die No-futures, sie mussten immer erst mit den Tabus der Vorgänger-Generation brechen um zu einer eigenen Identität zu finden. Man kann sich darüber aufregen oder es sein lassen, man ändert doch nichts daran.
Jetzt ist also Exhibitionismus angesagt.
Für die Jugend tut es mir leid, “…denn sie wissen nicht, was sie tun.”
Früher sagte die Oma “Immer fein ist nimmer fein”, wenn man seine ‘guten’ Sachen auch mal zur Schule anziehen wollte.
Heutzutage wissen Mädchen manchmal gar nicht mehr, dass man sich nicht ausschließlich über die sexuelle Schiene definieren muss oder dass etwas, das ständig verfügbar ist, an Kostbarkeit und Wert verliert. Wenn da mal nicht eine neue Generation beziehungsunfähig auf uns zukommt…
Die 40+-Leute tun sich schwer mit dem gläsernen Dasein, aber es zwingt sie ja auch niemand dazu. Ich kenne sogar jemanden, der eine Menge Ehrgeiz investiert um das Internet zu nutzen, aber nicht im geringsten auffindbar zu sein. Auch gar nicht so einfach!
Was ich mich frage: Was glauben die Leute denn, was Google Böses tun könnte mit den gesammelten Daten? Über jeden eine Akte anlegen, und dann durch Erpressung die Weltherrschaft anstreben?
Andere Zeiten, andere Sitten. Jetzt also Transparenz. Von erwachsenen Menschen bewusst und sinnvoll eingesetzt, scheint das gut zu funktionieren, warum also nicht?
Außerdem staunt man doch immer und freut sich, wenn solche technischen Gimmicks machbar geworden sind und funktionieren. Somit erhöht sich auch noch der Anteil der Freude in der Welt, da soll mir einer sagen, Google tue nichts Gutes!
Als im vergangenen Jahr die Innovation Google Wave angekündigt wurde, war ich ganz aufgeregt. Ich liebe die googelige Denkungsart, und von mir aus können die Burschen gern unanständig reich damit werden, wenn dafür Millionen Menschen kostenfreie Nutznießer sind.
Die Tatsache, dass so mancher ein Drittel seiner Arbeitszeit mit Kommunikationspflichten wie mailen, twittern, bloggen oder abonnierte RSS- Feeds lesen verbringt, hat Google den Anstoß zu dieser Idee gegeben. Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut, und so war ich sehr neugierig auf Google Wave, Plattform für das Community-Wesen.
Wenn das Web 1.0 dem Informationsaustausch diente und das jetzige 2.0 dem Business, dann wird Web 3.0 das Web der Communities sein.
Damit ist nicht nur so etwas wie Facebook oder StudiVZ gemeint, es wird mit interaktivem Marketing zu tun haben durch das Bilden von Netzwerken.
Bisher wurde ein Produkt hergestellt und der Kunde durch geschickte Vermarktung dazu gebracht, es haben zu wollen. Zukünftig soll es umgekehrt sein, erst sagen die Kunden was sie wie haben möchten, und dann wird das so produziert.
Im Prinzip wie bei spreadshirt.de, wo man sich mit eigenen T-Shirt-Motiven individuelles Design aufdrucken lassen kann, nur im größeren Maßstab. Das Konzept mal auf die Auto-Industrie übertragen… und Klamotten allgmein…
Bei der Firma Dell haben unzufriedene, bloggende Kunden bewirken können, dass der Kundendienst-Ruf von “Dell ist Scheiße” auf “Bester von allen” optimiert wurde. Der Dell-Chef hat sich mal die Mühe gemacht hat seinen Kunden zuzuhören/lesen, er hat gesehen, was für eine Multiplikator-Wirkung Blogger haben und konnte diesen negativen Effekt ins Positive umwandeln, indem er tatsächlich erstklassigen Service anbot. Nun sind beide Seiten mehr als zufrieden, angeschoben wurde das Ganze durch Communities…
Aber das nur am Rande zum Thema Web 3.0.
Google Wave also sieht vor, alles unter eine Mütze zu packen, Chat, Experten-Foren, Wikis, Twitter, moblogging, alles wird gleichzeitig zu einem Themenschwerpunkt (=Wave) sichtbar und bearbeitbar sein.
Lässt man den Kommerz jetzt mal außen vor, eröffnen sich tolle Möglichkeiten.
Ganz schlichtes Beispiel: Schule.
Setzen wir voraus, jedes Kind könnte über einen Laptop oder wenigstens über einen PC in der Schule oder zu Hause verfügen.
Thema einer Klasse wäre “Das Judentum in unserer Stadt”.
Heute müssten die Kinder über ein gemeinsames, von einem Administrator eingerichtetes Netzwerk verfügen, sich auf einer gemeinsamen, von einem Admin anzulegenden Seite einloggen, einen Themenbeitrag schreiben, sich ausloggen.
Und/oder das Programm “ICQ” auf dem Rechner zu Hause installiert haben, sich dort einloggen, um sich mit anderen Schülern schriftlich unterhalten zu können.
Und/oder sie könnten sich bei ihren jeweiligen Anbietern einloggen und sich emails schreiben, viele emails, wenn etwas diskutiert wird.
Und/oder sie könnten sich alle in einer Community wie Schüler-VZ registrieren und diese -dafür fragwürdige- Plattform nutzen.
Mit Google Wave, das sich nicht auf einem Rechner installiert, sondern “im Internet” befindet, haben alle gleichzeitig und zu jeder Zeit Zugriff auf ihre gemeinsame Welle.
Keine ‘und/oder’ mehr, sie sehen auf einen Blick, wer gerade online ist, können sich in Echtzeit schreiben wie beim Chat, alle könnten gemeinsam eine Dokumentation erarbeiten, die aus den verschiedensten Teilstücken besteht.
Kind 1 schreibt in die Dokumentation, was die Oma über die Sitten der jüdischen Nachbarn erzählt hat.
Kind 2 berichtet von einer Fotoausstellung zum Thema im Stadtarchiv.
Kind 3 ist gerade in der City, macht mit seinem internetfähigen Handy ein Foto vom Mahnmal des jüdischen Friedhofs, läd es hoch, womit alle es sehen können, stellt es zur Diskussion.
Vier andere sitzen gerade zu Hause und tun ihre Ansicht kund.
Der Lehrer zu Hause in seinem Arbeitszimmer schaltet sich zu und schlägt vor “Jessica, in deinem Profil steht, dass du dich sehr für Mode interessierst. Kannst du mal gucken, ob du etwas zum Thema Mode, Kleidervorschriften damals usw. findest?”
Auf der Pinnwand ist ein Aufruf an alle Interessierten, den Nachbarort gemeinsam zu besuchen, weil es dort eine jüdische Gemeinde gibt. Ein paar Leute könnten vielleicht ein Gespräch mit dem Gemeindevorsteher führen.usw. usw.
So könnte ein riesiges, vielschichtiges Werk entstehen mit vielen Perspektiven und Betrachtungsweisen, das alle gleichzeitig wachsen sehen und mitgestalten können.
Und das war jetzt nur ein klitzekleines Beispiel der Alltagstauglichkeit von GoogleWave.
Man stelle sich vor, was da im größeren Rahmen möglich ist! Wie schnell und wie breit Informationen gestreut werden können, wie zielgenau man die richtigen Leute für ein gemeinsames Projekt finden kann, wie viel leichter sich “Bruderschaften” aufdecken ließen, Klüngel entfilzt.
Und wie man Wikis über bloße Fakten hinweg aufblasen könnte! Gefühlte Vergangenheit ließe sich so erzeugen.
Aber ach, bis jetzt sieht es in Deutschland noch recht mau aus. Der größte Teil der User kennt die technischen Möglichkeiten des Internets noch gar nicht, tastet sich gerade durch die ersten ein, zwei Communities seiner Interessensgebiete, Kochrezepte- oder Golf GTI-Teile-Forum.
Und natürlich die Selbstdarstellungsplattformen. Die early adopters kommen dagegen kaum noch nach beim Ausprobieren der neuen Möglichkeiten, die eigentlich Zeit ersparen sollen und in ihrer Gesamtheit doch nur noch mehr Zeit kosten.
Was mache ich jetzt bloß mit meinem Test-Google Wave-Account? Heißbegehrt, aber zu nichts gut? Hat einer ‘ne Idee?
Ich kenne genau zwei Leute, die sich überhaupt bei Google registriert haben und wenigstens das geniale Mailprogramm und ein paar Tools nutzen. Uns eint nichts Wellentaugliches, und so kann man keine Welle machen, allenfalls ein Schwappen an den Strand.
“Ich hab dafür keine Zeit, ich kann nicht den ganzen Tag am Rechner hocken”, bekomme ich oft zu hören.
Ja, nee, is klar, ich auch nicht, aber dafür könnte man doch ein internetfähiges G1-Handy mit Google’s Android-Betriebssystem nutzen, ideal, um nervige Wartezeiten aller Art sinnvoll zu füllen…bis die Kartoffeln gar sind, oder statt sein Kind zu irgendeinem Training zu fahren und wieder abzuholen einfach dableiben, es sich im Auto gemütlich machen und an etwas Weltbewegendem mitarbeiten. Dann braucht man auch nicht zweimal zu fahren.
“Ich bin schon bei Facebook / Xing / W-K-W…”
Das dürfte schon eher ein Problem sein. Jeder ist woanders.
GoogleWave müsste einen echten Mehrwert bieten, um Fans zu gewinnen.
Und solange nicht eine deutsche Version zur Verfügung steht, die der Mehrheit der deutschen User die Möglichkeit gibt herauszufinden worin der Mehrwert besteht, werden die Google Waves hier wohl leider nicht hoch schlagen.



