Andere Seiten
Archiv

SEO ist englisch und die Abkürzung für Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung

Unser Freund Google hat einen treuen Gehilfen: den Googlebot.

Im Shopping-Center/Internet ist das eine Art Roboter-Spürhund mit Scanner-Nase/Software. Der rast pfeilschnell den ganzen Tag durch die Gänge/das www und scannt mit seiner Spürnase alle Neuigkeiten ab.

Man muss es ihm als Ladenbesitzer möglichst leicht und angenehm machen /eine robots.txt Datei erstellen, dann verweilt er und folgt der interessanten Spur/sitemap bis in den Laden oder sogar ins Hinterzimmer.

Der Besitzer hat so lange die Gelegenheit, alle tollen Sachen seines Ladens vor den Scanner zu halten:

All die vielen Empfehlungsschreiben/links, sogar von alteingesessen Familien/links mit hohem Domainalter, und eines von einer Universität/edu-link! Viele verschiedene Informationsbroschüren zu den Produkten/ unique content!

Man legt dem Hund noch eine Spur aus Lekkerlis/keywords, damit er sich den Weg gut merkt und garantiert wiederkommt.

So geht SEO.

Der Köter Googlebot bringt dann alles, was er so eingescannt/gecrawled hat, zu seinem Herrchen/Freund Google.

Der checkt dann durch, ob die Ladenbesitzer auch brav alles so vorzuweisen haben wie er das mag.

So ganz genau weiss allerdings niemand, wie er’s mag/Algorithmus, er verrät es nicht, man muss es selbst herausfinden. Seine Vorlieben ändern sich auch von Zeit zu Zeit, dann probiert er etwas neues Geheimes aus, um die Qualität der Liste noch weiter zu verbessern.

Manche Ladenbesitzer versuchen Google zu täuschen, sie stopfen den Hund zum Beispiel mit viel zu vielen leckeren Würstchen voll, um ihn zu beeinflussen/blackhat SEO.

Aber wenn der dann angerast kommt und Google sieht, dass ihm noch die letzten Wurstzipfel aus der Schnauze hängen/keyword-stuffing, wird er ärgerlich.

Dann hat man erstmal verschissen und rutscht auf der wichtigen Liste für eine Weile ganz nach unten/penalty.

Wer ganz schwer schummelt, fliegt komplett von der Liste/aus dem Index.

Stellen wir uns mal vor, das Internet ist ein Riesen-Shopping-Center, so wie das Centro in Oberhausen, nur noch viel größer.

Die Websites sind die Geschäfte, und alle hätten gern, dass die Kunden zu ihnen kommen, damit sie etwas verkaufen und so ihr Geld verdienen.

Die Kunden sind wir, die User, die Internetnutzer.

Wir treten also ein in dieses Riesen-Shopping-Center und wissen erstmal gar nicht, wo die Glocken hängen.

Wir möchten doch bloß ein Paar bestimmte Turnschuhe kaufen, aber die Ladenstraßen sind so vollgestopft mit Leuchtreklamen, Werbungs-Leinwänden, Luftballons, Pappaufstellern, dass wir überhaupt keine Einzelheiten erkennen können.

Hier kommt unser Freund Google ins Spiel. Google ist so freundlich und hilft uns. Wir sagen am Google- Info-Schalter ( = Google Suchanfrage) nur “Turnschuhe, Nike, Gr. 37″, dann wird sofort eine Liste mit Wegbeschreibungen erstellt, auf der alle Geschäfte stehen, die Turnschuhe von Nike in Gr. 37 haben. Eine sehr lange, gründliche Liste.

Das sind die SERPs (Search Engine Result Pages), die Suchmaschinenergebnisseiten.

Ich habe keine Lust, die alle abzuklappern, warum auch? Ich fang mal gleich mit dem ersten Laden auf der Liste an, wenn ich da das gesuchte Modell finde, kann ich mir den Rest ja klemmen.

Das ist das typische User-Verhalten.

Man klickt auf die ersten Ergebnisse und geht dann auch nicht mehr viel weiter, weil man das Gewünschte wahrscheinlich gefunden hat.

Deshalb versuchen alle Geschäfte, in der Liste auf Platz 1 zu stehen und nicht erst an 57. Stelle.

Wir erinnern uns: die Geschäfte (=Websites) möchten, dass die Kunden zu ihnen kommen und dort etwas kaufen. Die Kunden wählen aber fast immer das erste oder zweite Geschäft auf der Liste, auch wenn ein anderes vielleicht viel schöner eingerichtet ist und freundlicheres Personal hat und auch eine größere Auswahl, wenn der Laden erst auf Platz 92 erscheint, bemerkt man ihn nicht einmal.

Was können also die Ladenbesitzer /Websitebetreiber tun, damit sie ganz vorn auf der Liste stehen, die unser Freund Google verteilt?

Dazu müssen wir erst einmal mehr über unseren Freund Google wissen. Woher weiß der eigentlich, wo man was findet? Werden die Listenplätze verlost, oder wie macht der das?

–> Teil 2, SEO für absolute beginners

Ja, liebe Kinder des Web 2.0, zu meiner Zeit musste man auf der Suche nach Informationen noch mit dem Fahrrad zur Stadtbücherei fahren, mit zwei Taschen voll Büchern am Lenker wieder nach Hause, und dann geblättert.

Ein Inhaltsverzeichnis –das ist so was ähnliches wie die sitemap- schränkte die Suche thematisch ein. Dieses Verzeichnis befand sich auf einem Blatt vor dem eigentlichen Text. Dem Inhaltsverzeichnis konnte man entnehmen, auf welchen Seiten die gewünschte Information eventuell zu finden ist.

Echte Lesezeichen für in die Hand zu nehmen und in ein Buch zu legen markierten die Stellen. Ich hatte sogar eins mit echten gepressten Blumen und der Aufschrift “from the holy land”, aber dies nur am Rande.

So puzzelte man sich zum Beispiel Referate zurecht, aus jedem Buch ein bisschen.

Nix copy&paste, man schrieb man mit einem Stift alle Informationen auf Papier.

Ausdrucken für alle war natürlich auch nicht möglich: es gab ja auch keine Drucker!

Stattdessen bekam man ein Spezialpapier, eine sogenannte Matrize, auf die man sein Werk schrieb (ja, noch einmal mit der Hand, und ohne Korrigiermöglichkeit), die dann im Sekretariat der Schule vervielfältigt wurde. Wie das rein technisch funktionierte, könnt ihr bei Wikipedia unter “Hektographie” nachlesen. Oder in der Stadtbücherei.

Ich liebte den Geruch der frischen Vervielfältigungen. Heute weiss ich, dass es der Geruch von Ethanol war, der mich so anzog, aber damals war das Schnüffeln ja auch noch nicht erfunden.

Und wenn ihr euch fragt, woher wir denn die Zeit nahmen für all diese umständlichen Verfahren: nun ja, wir hatten halt einen Zeitüberschuss, weil wir nicht stundenlang vor dem PC abhingen…

Jeff Jarvis ist einer der wichtigen 100 Medienleute in den USA.

Seine ausführliche Vorstellung spare ich uns jetzt mal, bei Interesse nachzulesen z.B. in Jeff Jarvis’ Blog

http://www.buzzmachine.com/about-me/

Sein unlängst in Deutschland erschienenes Buch “Was würde Google tun?” stellt die Denkungsart und die Strategien des Internet-Giganten vor und wendet sie theoretisch auf viele verschiedene Geschäftszweige an.

Jeff Jarvis Google

Schnell erkennt man das Muster, den roten Faden, der sich durch alle Denkmodelle zieht, im Kleinen wie im Großen. Karelischer Landfrauenverband oder DELL, Pizzeria um die Ecke oder Mähdrescher-online-Shop, sie alle könnten von googeligem Denken profitieren.

Dell hat inzwischen schon.

Weltweite Energieprobleme, Glaubenskriege – go google!

Man könnte sogar ausprobieren, wie es läuft, wenn man seine Beziehung etwas googeliger führt. Schlagworte: Dezentralisieren, gegenseitiges Vertrauen, vereinfachen, Transparenz.

Klingt das nicht vielversprechend?

Manchmal, das muss ich einräumen, rutscht er ein bisschen aus in seinem Schwung. Versicherungen, die nach Intelligenz gestaffelte Beiträge anbieten. Wie ist das zu verstehen? Verursachen denn minder intelligente Menschen mehr Schäden als intelligente? Müsste man dann nicht auch die Riesen-Schadenssumme der Versicherungsbetrüger gegenrechnen, die ja nicht aus der minder-intelligenten Klientel stammt? Wer misst die Intelligenz? Haben geistig Behinderte dann die höchsten Beiträge? Da habe ich schon arg die Stirn gerunzelt.

Aber dann fiel es mir auf: So meinte er das gar nicht! Nach Intelligenz gestaffelte Versicherungsbeiträge haben wir ja längst: die günstigeren Tarife für Frauen in der Auto-Versicherung! :-)

Es ist wirklich unterhaltsam, es macht Spass das Buch zu lesen und Jarvis’ Visionen zu folgen.

Im Hinterkopf immer der Fanta4-und-Grönemeyer-Song “Es könnte so einfach sein,…”

Wolfram Alpha ist also schon eine Weile online, die hämische Bangemache “Na, geht es Google jetzt an den Kragen?” abgeebbt, dann guck ich doch jetzt mal in Ruhe, was sich hinter http://www.wolframalpha.com verbirgt.

Keine Such-, sondern eine Antwortmaschine soll es sein, Wahnsinns-Info-Output, statt weiterführender Links sofort Daten, Daten, Daten, optimal aufbereitet in anschaulichen Tabellen und Bildern.

Nun bin ich eher buchstaben- als zahlenaffin, und so möchte ich erst einmal keine mathematische Problemstellung eingeben, sondern einen Namen. Hm. Wer ist denn eine wirklich wichtige, interessante Person?

Ich gebe “Alice Schwarzer” ein. Und was sagt mir Wolfram Alpha?

Wolfram|Alpha isn’t sure what to do with your input.

Tja, Wolfram Alpha, schon verschissen. Wer die Alice nicht kennt, der kann doch nicht führende Antwortmaschine sein!

Bei Google werde ich reich bedient. Wikipedia, Biographie, Videos, Buchempfehlungen, EMMA-Link, Pressestimmen, alles da. Oh, ich liebe Google.

Okay, bleiben wir fair, WolframAlpha ist nicht deutschsprachig. Aber trotzdem, die Alice…

Ich versuche etwas eher Gegenteiliges. Paris Hilton, Monica Lewinsky.

Die kennt er natürlich, wenn auch nur wenig mehr als den Namen und das Geburtsdatum. Was in diesem Fall eher angenehm ist.

Sergey Brin, einer der Gründer von Google: Geburtsdatum, Geburtsort.

Mick Jagger, Lou Reed – bekannt. Man merkt schnell, Personen, Klatsch und Tratsch, das ist nicht seins. Aber wenn ich ganz schlicht frage “Where am I?”, dann haut er sofort meine IP und meinen regionalen Arcor-Anschluss raus.

“Who are you?” kann man ihn auch fragen, da ist er sehr korrekt: Er korrigiert sachte mein “Wer bist du?” in ein “Was bist du?” und gibt zur Antwort: “Ich bin eine computerisierte Wissensmaschine”.

Irgendwo habe ich gelesen, man möge mal eine bestimmte Zeile aus einem Bob Dylan-Song eingeben. Lustig!

wolframalpha1

Doch, Wolfram Alpha kann wirklich Spass machen, aber dafür war er ja gar nicht gedacht.

Ich denke nicht, dass Herr Wolfram unbedingt lustig sein wollte, er ist ja der Mathematica-Guru. “Mathematica” ist ein Software-Paket mit Algorithmen und Werkzeugen, mit denen man nahezu jede Rechenoperation lösen kann. Jede!

Damit hat Herr Wolfram eigentlich schon sein mathematisches Superhirn bewiesen, aber er hat mit Wolfram Alpha noch einen drauf gesetzt, einen, dem er zutraut, in absehbarer Zukunft User-Standard in Sachen Antwortenfindung zu sein.

Da hat er aber noch ein bisschen zu tun.

Ich möchte ihm gern Gelegenheit zur Demonstration seiner Schokoladenseite geben.

Ich suche auf der Mathe-Partition meiner Gehirnfestplatte. Noch irgendwas da?

Binomische Formeln! Da hatte ich Nachhilfe, die kann ich für’s Leben. In den Nachhilfelehrer war ich damals schwer verliebt. Hanno, alles voll Sommersprossen und wirbelnder Hormone. Heute distinguished Professor Oehlmann in Frankfurt…

Ups, seht ihr, so ein Abschweifer würde Wolfram Alpha nicht passieren, das war eher “googeliges” Denken, hopphopphopp, von einem Link zum nächsten.

Die erste binomische Formel also, wohl eher Kinkerlitzchen. Ja, und staun, was der Wolfram alles weiss:

wolframalpha2

und das:

wolframalpha4


und das auch noch:

wolframalpha3

R-E-S-P-E-C-T, oder?

Aber kein Wort von Hannos Sommersprossen…

Ja, man sieht, es kommt immer darauf an, was man eigentlich wissen will, dann könnten sich Google und Wolfram Alpha perfekt ergänzen. Könnten!

Denn Google wäre nicht Google, wenn sie diese gigantische Spielwiese einfach jemand anderem überließen, jemandem, der es vielleicht nicht so gut kann. Durchaus brillant, aber zu einseitig. Nicht googelig genug eben.

Unter dem Arbeitstitel “Google Squared” soll in den Google Labors bereits eifrig an einem solchen Projekt gearbeitet werden. Die im Netz gesammelten Informationen sollen dem User thematisch aufbereitet in Tabellen und Datenblättern präsentiert werden. Es bleibt spannend!

Und WolframAlpha unbedingt ausprobieren, statistische Vergleiche, geographische und ganz besonders meteorologische Daten, da ist er kaum zu toppen! (Er wusste auf einen Rutsch die Luftfeuchtigkeit und den Stand des Mondes am Tag meiner Geburt! Einfach Geburtsdatum eingeben…)