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Personalmarketing ist unbestritten ein weites Feld, welches sich in den hochgelegenen, fruchtbaren Landschaften des Arbeitsmarktes ausgebreitet hat, dort, wo frische Quellen sprudeln, nährstoffreicher Mutterboden gegeben ist und man sorgsam mit den Ressourcen umgeht, weil man um die eigene Abhängigkeit weiß.

In den unteren, öden Steppenlandschaften der kleineren Einkommensklassen betrachtet man Personalmarketing eher als verzichtbares Gedöns.

Der bärbeißige Handwerksmeister, bei dem die Azubis „zu spuren“ haben, der Bürochef, der seine allgemein schlechte Laune gern brüllend an den Bürokauffrauen auslässt, die Produktionsleiterin, die jeden Tag fragt, was man nicht geschafft hat – sie stöhnen und klagen über die Unzulänglichkeit der Angestellten, über zu viele Krankheitstage, über mangelnde Leistungsbereitschaft. Schließlich ist man doch so großzügig und bezahlt die Leute, können sie da nicht dankbarer sein? Wer mit seinen Arbeitsbedingungen nicht zufrieden ist, der kann ja gehen. Oder fliegt.

Das ist aber nur zu oft eine Milchmädchenrechnung, denn unzufriedene Angestellte kosten mehr, als man meint. Leistungsabfall wegen Unlust, ständig neue Einarbeitungszeiten wegen häufigen Personalwechsels, Zeitverlust wegen zusätzlicher Kontrollmaßnahmen aus mangelndem Vertrauen, das läppert sich zusammen.

Man sollte sich lieber mal ansehen, wie große Unternehmen ihre Angestelltenpolitik betreiben.

Man wirbt um Personal, verschafft sich einen guten Ruf,  pflegt einen freundlichen, respektvollen Umgang, bietet familienfreundliche, flexible Arbeitsbedingungen, Möglichkeiten zur Weiterbildung und eine faire, angemessene Bezahlung.

Meistens mit dem Ergebnis, dass die Angestellten gern zur Arbeit kommen, gern ihr Bestes geben und ein hohes Leistungsniveau entsteht. Das rechnet sich auf Dauer!

Gegenseitige Wertschätzung ist kein Firlefanz, sondern ein wichtiger Faktor, wenn man im selben Boot sitzt und vorwärts kommen möchte.

Personalmarketing bringt optimale Rudermannschaften zusammen, hat einen Überblick über die Fähigkeiten des Einzelnen, die Vorgabe der Schlagzahl und den Kurs. Mit effektivem Personalmarketing kann man verhindern, dass eine Synchron-Schwimmerin im Ruderboot landet, weil sie dachte „Wasser ist Wasser“.

Umgekehrt würde ein kräftiger, aber wenig eleganter Ruderer sicher für Unmut in einem Synchron-Schwimmer-Team sorgen. Wenn aber jeder das tun kann, was er gut kann und dafür geschätzt wird, läuft die Sache rund, bei Ruderern wie bei Synchronschwimmern.

Chefsein muss man übrigens auch gut können, um geschätzt zu werden…

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