Die üblichen guten Vorsätze wie “aufhören zu rauchen”, “weniger trinken” oder “öfter die Liebste statt den Monitor ansehen” sind wie jedes Jahr schnell vergessen, untergegangen im Alltagstrott. Von lieben Gewohnheiten trennt man sich halt furchtbar ungern.
Das neue SEO-Jahr dagegen wird ernster genommen, steht es doch im Ranking der persönlichen Prioritäten ungleich höher (oder etwa nicht?).
Verfahrensweisen, die bisher nicht zufriedenstellend gewirkt haben, werden verworfen, neue Ansätze müssen her, irgendwie muss es doch zu schaffen sein, auf den begehrten vorderen Listenplätzen zu landen, Erfolg zu haben, Geld zu verdienen.
Auch hier greift der sehr gelungene Werbeslogan: “Fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt.”
Die, die sich damit auskennen, finden wir leider nicht in den Gelben Seiten, das wäre zu einfach.
Man muss ihnen auf der Spur bleiben, immer bereit, ihre kostbaren Weisheiten, die sie hier und da fallenlassen, aufzusammeln wie in Kriegszeiten den Pferdemist für’s Gemüsebeet, dann kann man im nächsten Jahr durchaus mit reicher Ernte belohnt werden.
Hier ein paar gesammelte, noch nicht abgelagerte Apple Äppel:
- Zukünftig wird die Ladezeit einer Seite von großer Relevanz sein und in das Ranking einfließen. Google will das Web noch schneller machen, Caffeine ist erst der Anfang. Damit die Site-Betreiber brav mitmachen, soll die Ladezeit einer der ca. 200 relevanten Aspekte der Bewertung für das Ranking werden. Dafür gibt es in den Webmaster-Tools eine experimentelle Funktion, in der die Geschwindigkeit der eigenen Site getestet wird und Vorschläge zur Ladezeitsenkung gemacht werden. Also: schickt eure Seiten auf Speed!
(Google’s Spamjäger und Software Ingenieur Matt Cutts)
- “Stop talking, begin listening!” Ein sehr wertvoller Tipp, zuletzt ausgesprochen von Bill Hunt, u.a. Co-Autor des Bestseller-Buchs “Search Engine Marketing, Inc.” auf der Search Engine Strategies (SES) Konferenz in Berlin. Auch Jeff Jarvis plädierte schon nachdrücklich dafür in seinem Buch “Was würde Google tun?”. PR-Arbeit muss zukünftig nicht mehr den “Macht es den Leuten schmackhaft”-Charakter haben, sondern den “Hört den Leuten zu und gebt ihnen, was sie wirklich möchten”
- In Sachen Keyworddichte kommt es nicht so sehr auf das Erreichen des angeblichen Optimalwerts von 3,765767 % an, sondern mehr auf eine vernünftige Verteilung, ließ Alan Webb vom Abakus-Internet-Marketing wissen. Es ist nicht nötig, dem User ein keyword in den Schädel zu hämmern, da die Keyworddichte auch nur 17 % der Kriterien des Google – Algorithmus ausmacht. (Woher weiß der das bloß?)
- Kontrovers diskutiert wurde auf der SES die These von “Mediadonis” Marcus Tandler: “Content ist nicht King, sondern höchstens Prinzessin. Links sind King!“
Laut Matt Cutts’ Vortrag auf dem letzten Wordcamp sollte man aber besser beides pflegen. Glaubwürdiger, nicht übertrieben suchmaschinenoptimierter Content und gesunde, organisch aufgebaute Links, so mag es Google.
Übrigens: Auch bei den Links gilt “Klasse statt Masse“!
- Und noch einmal Matt Cutts: Ja, sprechende URLs sind wichtig. Ein Detail zwar, aber warum darauf verzichten? It works…
Hallo! Diesen Artikel finde ich sehr schön und natürlich lesenswert. Habe ihn sehr aufmerksam und mit großem Interesse gelesen.