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Artikel-Schlagworte: „Google Latitude“

Bei Tim’s Welt wird aktuell  ’Google Latitude’ beschrieben, ein Feature für ‘google maps for mobile’. In einer interaktiven Karte können damit in Echtzeit sowohl der eigene als auch die Standorte von Freunden/Verwandten angezeigt werden, natürlich nur, wenn diese damit einverstanden sind. Mit einem Klick lässt sich dann sofort ein Kontakt per mail, SMS oder Google Talk herstellen.
“Wozu braucht man denn so was?” lautete ein Kommentar.
Warum macht man so was? fragte ich mich.

“La génération exhibition”, das trifft es ziemlich auf den Punkt. Wie harmlos einem da die Generationen X, Golf, No Future und Ally vorkommen!
Das Phänomen ist viel diskutiert, es gibt sogar Vorlesungen für angehende Erziehungswissenschaftler unter der Überschrift “Google zeigt mich, also bin ich”.
Schon 2006 lief ein gleichnamiger Film auf ARTE, der mir Schauer über den Rücken jagte, weil er alle meine erlernten “Das-macht-man-nicht”s über den Haufen warf, und an einigen habe ich echt gehangen…
Aber so war es ja schon immer, die Beatniks, die Hippies, die No-futures, sie mussten immer erst mit den Tabus der Vorgänger-Generation brechen um zu einer eigenen Identität zu finden. Man kann sich darüber aufregen oder es sein lassen, man ändert doch nichts daran.
Jetzt ist also Exhibitionismus angesagt.
Für die Jugend tut es mir leid, “…denn sie wissen nicht, was sie tun.”
Früher sagte die Oma “Immer fein ist nimmer fein”, wenn man seine ‘guten’ Sachen auch mal zur Schule anziehen wollte.
Heutzutage wissen Mädchen manchmal gar nicht mehr, dass man sich nicht ausschließlich über die sexuelle Schiene definieren muss oder dass etwas, das ständig verfügbar ist, an Kostbarkeit und Wert verliert. Wenn da mal nicht eine neue Generation beziehungsunfähig auf uns zukommt…

Die 40+-Leute tun sich schwer mit dem gläsernen Dasein, aber es zwingt sie ja auch niemand dazu. Ich kenne sogar jemanden, der eine Menge Ehrgeiz investiert um das Internet zu nutzen, aber nicht im geringsten auffindbar zu sein. Auch gar nicht so einfach!
Was ich mich frage: Was glauben die Leute denn, was Google Böses tun könnte mit den gesammelten Daten? Über jeden eine Akte anlegen, und dann durch Erpressung die Weltherrschaft anstreben?

Andere Zeiten, andere Sitten. Jetzt also Transparenz. Von erwachsenen Menschen bewusst und sinnvoll eingesetzt, scheint das gut zu funktionieren, warum also nicht?
Außerdem staunt man doch immer und freut sich, wenn solche technischen Gimmicks machbar geworden sind und funktionieren. Somit erhöht sich auch noch der Anteil der Freude in der Welt, da soll mir einer sagen, Google tue nichts Gutes!