Ja, liebe Kinder des Web 2.0, zu meiner Zeit musste man auf der Suche nach Informationen noch mit dem Fahrrad zur Stadtbücherei fahren, mit zwei Taschen voll Büchern am Lenker wieder nach Hause, und dann geblättert.
Ein Inhaltsverzeichnis –das ist so was ähnliches wie die sitemap- schränkte die Suche thematisch ein. Dieses Verzeichnis befand sich auf einem Blatt vor dem eigentlichen Text. Dem Inhaltsverzeichnis konnte man entnehmen, auf welchen Seiten die gewünschte Information eventuell zu finden ist.
Echte Lesezeichen für in die Hand zu nehmen und in ein Buch zu legen markierten die Stellen. Ich hatte sogar eins mit echten gepressten Blumen und der Aufschrift “from the holy land”, aber dies nur am Rande.
So puzzelte man sich zum Beispiel Referate zurecht, aus jedem Buch ein bisschen.
Nix copy&paste, man schrieb man mit einem Stift alle Informationen auf Papier.
Ausdrucken für alle war natürlich auch nicht möglich: es gab ja auch keine Drucker!
Stattdessen bekam man ein Spezialpapier, eine sogenannte Matrize, auf die man sein Werk schrieb (ja, noch einmal mit der Hand, und ohne Korrigiermöglichkeit), die dann im Sekretariat der Schule vervielfältigt wurde. Wie das rein technisch funktionierte, könnt ihr bei Wikipedia unter “Hektographie” nachlesen. Oder in der Stadtbücherei.
Ich liebte den Geruch der frischen Vervielfältigungen. Heute weiss ich, dass es der Geruch von Ethanol war, der mich so anzog, aber damals war das Schnüffeln ja auch noch nicht erfunden.
Und wenn ihr euch fragt, woher wir denn die Zeit nahmen für all diese umständlichen Verfahren: nun ja, wir hatten halt einen Zeitüberschuss, weil wir nicht stundenlang vor dem PC abhingen…